Griechenland - Symbol, Demokratie, Lebensart

Griechenland ist das Symbol vieler für die Einzigartigkeit der Geschichte. Es gilt als die Wiege Europas, der Demokratie und zahlreicher zivilisatorischer Leistungen, die bis heute die westliche Hemisphäre prägen. Geschichtlich wurde Griechenland seine geografische Lage mehr als nur einmal zum Verhängnis.

Nahezu alle großen Weltmächte der Vergangenheit marschierten in Griechenland ein und regierten es. Sie hinterließen ihren kulturellen Stempel und zahlreiche Bauwerke, von denen gegenwärtig noch zahllose historische Stätten interessierte Touristen zur Zeitreise einladen. Sogar Hollywood ist der Antike treu. Bis zur Gegenwart dient die antike Kriegsgeschichte Griechenland als Kulisse und Ideengeber für große Monumentalfilme.

So ist es nicht verwunderlich, dass Griechenland ein attraktives Ziel für Touristen aus aller Welt darstellt. Knapp 24 Millionen Touristen besuchten Griechenland im letzten Jahr. Den größten Anteil, nach Ländern aufgeteilt, hatten daran Besucher aus Deutschland (2,8 Millionen).

Kultur - griechische Lebensart genießen

Griechisch ist die älteste aller gesprochenen Sprachen. 97 Prozent der gut 10 Millionen Griechen sprechen Neugriechisch. Altgriechische Sprache wird noch an den Schulen gelehrt und im griechisch orthodoxen Gottesdienst eingesetzt.

Die wichtigsten Fremdsprachen, die jedem Besucher Griechenland die leichte Verständigung ermöglichen, sind Englisch und Französisch. Den stärksten Anteil, wie in allen westlichen Ländern hat Englisch als erste schulisch gelehrte Fremdsprache. Durch Emigration, seit den 1990er Jahren, nehmen Albanisch, Bulgarisch und Russisch im Sprachgebrauch erkennbar zu.

Griechische Lebensart, die Weise den Alltag zu meistern, passt eher zu mediterranen Denkstrukturen. - Nicht nur in Spanien dauert es etwas länger, bis der Handwerker kommt. Griechische Lebensart im Urlaub zu zelebrieren, ist pure Entspannung vom sonst in Europa üblichen Dauerstress.

Beim Urlauber punktet die Griechenlandreise durch unendlich viele, gut erhaltene Kulturgüter der Antike. Außerdem durch die Vielfalt der lokalen Küche, zu deren Abschluss nicht nur der Uzo, sondern ebenso griechischer Kaffee zählt.

Reiseziel Griechenland - geografisch

Griechenland ist immer eine Reise wert, egal wohin es im Land geht. Geografisch liegt Griechenland im südlichen Europa am Mittelmeer. Das Land der Hellenen teilt sich in Festland und über 3000 Inseln auf. Das Festland grenzt südlich an den Balkan, im Norden an Bulgarien, Albanien und Mazedonien. Östlich grenzt Griechenland an die Türkei im Westen durch das Ionische Meer getrennt an Italien.

Landschaftlich könnte Griechenland nicht abwechslungsreicher sein. Auf einer Küstenlänge von insgesamt 13.600 km beweist die Natur, was Küstenvielfalt bieten kann. Vom weißen Sandstrand bis zur schroffen Steilküste reicht das Naturangebot. Der durch die touristische Werbung geprägte maritime Eindruck ist trotzdem fasch. Geografisch sind 77,9 Prozent des Landes als Gebirgslandschaft eingestuft.

Das durch Sagen und Überlieferungen bekannteste griechische Gebirge ist der Gebirgsstock des Olymps. Dort befindet sich der höchste Berg Griechenlands, der Mytikas mit einer Höhe von 2917 Metern. Der Sage nach thront Gottesvater Zeus über dem Olymp und herrscht mit Blitz und Donner. Unendlich viele Sagen und antike Mythen sind kulturell mit Griechenland verbunden. Besucher werden "bekannte Götter" an vielen historischen Plätzen begegnen.

Klima - mediterranes Griechenland und Wintersport?

Griechenland ist für sein mediterranes Klima, mit feuchten milden Wintern und trockenen heißen Sommern bekannt. Schnee im Winter gehört zu den Ausnahmen. In den Niederungen und in Küstennähe fällt so gut wie niemals Schnee. Ander jedoch in den Gebirgszügen. Sogar 19 Wintersportgebiete könnten auf der touristischen Agenda stehen.

Das von der Pistenlänge größte Wintersportgebiet ist Pigadia. Es liegt im Vermio Gebirge auf einer Höhe von 1430 bis 2005 m über dem Meer. Insgesamt 25 km Pistenstrecke mit 7 Liftanlagen stehen für das Wintersportvergnügen in Pigadia bereit. Das Kleinste, mit einer Pistenlänge von 700 Metern, liegt im Gebirgszug Ziria in der Region Korinthia.

Religion - prägend für das Land

Obwohl das Land an die Türkei grenzt, Seegrenzen zum Libanon hat, ist die religiöse Ausrichtung Griechenlands fast vollständig christlich. 97 Prozent der griechischen Bevölkerung sind überzeugt griechisch orthodox. Nur etwa 1,9 Prozent der Bevölkerung bezeichnen sich als konfessionslos oder als Atheisten. So ist es fast ein logischer Schritt, dass der griechisch orthodoxe Glaube als Staatsreligion verankert wurde.

Kulturell bedeutet diese Verankerung für Touristen, dass sie ihr westliches Weltbild für den Urlaub nicht befremdlichen Glaubensidealen unterwerfen müssen. Die Einheitlichkeit der Glaubensausrichtung ist umso beeindruckender, wenn geschichtlich zurückgeblickt würde. Griechenland war ab 1460 bis 1827 praktisch vollständig Teil Osmanischen Reiches und damit unter moslemischer Herrschaft.

Eine Abschottung gegenüber anderen Religionen praktizierte Griechenland von der Antike bis heute nicht. Beispielsweise die älteste jüdische Synagoge Griechenlands wird auf das 2. Jahrhundert vor Christus datiert. (Ausgrabungsstätte auf Delos). Die älteste "in Betrieb" befindliche Synagoge befindet sich seit 1577 auf Rhodos.

Wohin soll die Reise gehen - griechisches Festland

Ein "Bad in der Antike" zu nehmen, dazu bietet die Landeshauptstadt Athen unendlich viele reizvolle, historisch bedeutsame Anreize. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten finden Besucher Athens zentral in der größten Stadt Griechenlands. Sie alle zu besuchen und angemessen zu erkunden, dazu sind 14 Tage Urlaub schon knapp bemessen. Ob auf eigene Faust oder als Städte-Trip, ganz oben auf der Liste der Sehenswürdigkeiten stehen die Akropolis und das Akropolismuseum.

Am Südhang des Burgbergs, mit eigenem Zugang zur Akropolis, liegt das Dionysos-Theater. Die berühmte griechische Tragödie nahm hier ihren Ursprung. Uraufgeführt wurden beispielsweise die Stücke von Euripides und Sophokles. Auf dem Weg vom Theater zur Akropolis durchwandern Besucher teilweise noch unerforschtes Terrain. Vieles wird gerade erst restauriert und eingehender erforscht. Beispielsweise das Heiligtum des Asklepios.

Ein weiteres Highlight des Athenbesuches ist die griechisch-römische Agora. Für etwa 1000 Jahre, seit dem 5. Jahrhundert nach Chr., war es der Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens in Athen. Sie war Marktplatz, antike Bürgerverwaltung und Standort zahlreicher Heiligtümer. Das heutige Bild des Geländes prägen zwei Gebäude. Der Hephaistos-Tempel und die Stoa des Attalos, in dem das Agora-Museum ein Fenster in die Vergangenheit öffnet.

In die Wiege der Demokratie dürfen Besucher Pnyx auf dem Nymphen- und Philopapposhügel wagen. Schon im 4. Jahrhundert vor Chr. trafen sich die freien Bürger Athens dort, um Meinungen auszutauschen und Entscheidungen zu treffen. Landschaftlich zählt der Hügel zu einem der schönsten Aussichtspunkte Athens. Es bietet sich dem Besucher ein faszinierender Blick auf das Meer und die Akropolis.

Topsehenswürdigkeiten - Mittelgriechenland

Nicht einmal Göttervater Zeus war allwissend. Die Frage nach dem Mittelpunkt der Welt klärten für ihn zwei Adler. Er sandte die beiden majestätischen Vögel in zwei unterschiedliche Richtungen aus. Sie trafen sich genau an der Stelle, an der heute der "Omphalos" im Apollotempel von Delphi steht. Von Athen aus gesehen liegt Delphi etwa 184 km entfernt. Es sind gut zwei Stunden Fahrzeit von Hauptstadt.

Den gleichen Weg nahmen in der Antike viel Könige und Führer auf sich. Sie befragten alle das Orakel von Delphi und machten es damit zu einem der bedeutendsten Orte der Antike. Gestellt wurden, so die Überlieferung, grundsätzliche Fragen. Ob ein Krieg gewonnen oder verloren werden wird sowie Fragen der Kriegsstrategie. Viele der Herrscher, so berichtet der Mythos, richteten sich nach dem Orakel.

Griechische Inseln - Ägäis und kulturelle Höhepunkte

Die griechischen Inseln sind besonders bei Urlaubern aus Deutschland beliebt. Von den 3.054 zu Griechenland zählenden Inseln sind nur 113 ganzjährig bewohnbar. Die Mehrheit der griechischen Inselwelt befindet sich im Ionischen Meer oder in der Ägäis. Auf den größeren Inseln erwartet die Besucher nicht nur einfach flaches Land, sondern eine Geografie, wie auf dem Festland. Der höchste Berg liegt auf Kreta und erreicht beeindruckende 2.456 Meter über dem Meeresspiegel.

Östliche Ägäis - Samos

Der ionischen Küste Kleinasiens vorgelagert liegt die Insel Samos. Im Größenranking der Inseln Griechenlands nimmt Samos den 8. Platz ein. Sie misst 44,3 Kilometer an der längsten Stelle und nur 5 Kilometer an der schmalsten Stelle. Ein Großteil der Insel ist hügelig. Die größte Erhebung der Insel bildet das Kerkis-Massiv mit dem Vigla und einer Höhe von 1434 Metern über dem Meeresspiegel.

In der Antike war Samos eines der wichtigsten Handelszentren und in der Zeit von Polykrates (532-522 v. Chr.) als Seemacht gefürchtet. Insgesamt gilt Samos reich an antiken Ruinen. Freigelegt wurden die Überreste der antiken Stadt Pythagorio. Besucher erhalten, durch die Größe der Freilegungen, nicht nur Detaileinblicke in die Vergangenheit. Es entsteht ein zusammenhängendes Gesamtbild.

Die Insel genießt Weltruhm durch den gleichnamigen süßen Likörwein. - Aber nicht nur für den Wein allein. Einen der berühmtesten Söhne der Insel Samos kennt - liebt oder hasst - jeder Schüler auf der Welt. Der Mathematiker Pythagoras lebte auf Samos. (Geboren 570 v. Chr. auf Samos; gestorben 510 v. Chr.). Er war aber nicht nur Mathematiker, sondern außerdem griechischer Philosoph und Gründer einer eigenen Religionsgemeinschaft. Etwa 40-jährig verließ er Samos und ging nach Italien.

Korfu - zweitgrößte ionische Insel

Korfu liegt im ionischen Meer. Sie belegt im Flächenvergleich den Platz sieben der Inselwelt Griechenlands. Im Norden trennen die Insel, an Straße von Korfu, nur zwei Kilometer von Albanien. Der andere Nachbar mit Meeresgrenze ist Italien. Korfu führt, aufgrund seines besonderen Klimas auch den Beinamen die grüne Insel. Statistisch zählt Korfu zu den reichsten Regionen Griechenlands.

Eine weitere Besonderheit der Insel ist die Vielfalt natürlicher Orchideen. 36 unterschiedliche Orchideenarten sind auf der Insel beheimatet. Tierliebhaber werden ebenfalls bleibende Eindrücke von Korfu gewinnen. In Lagune Korrision sind 150 verschiedene Vogelarten ansässig. Einige Tiere, die auf der Insel leben, gibt es nur dort. Die schönste Jahreszeit für den Urlaub ist das Frühjahr, wenn die Insel "lila" blüht.

Tourismus bietet nicht die einzige Einnahmequelle der Inselbevölkerung. Etwa 65 Prozent der Insel werden landwirtschaftlich genutzt. Eines der antiken Highlights der Insel ist der Palast des Nestor. Einen Leckerbissen jüngerer Geschichte bietet ein Besuch auf der Klosterinsel Vlacherna. Einer der berühmtesten Söhne der Insel in der Gegenwart ist der Ehemann der amtierenden Königin von England. HRH Prince Philip, Duke of Edinburgh.

Insel Kos - Südosten der Ägäis

Nur fünf Kilometer vor der türkischen Küste, am Eingang zum Golf von Gökova, liegt die Trauminsel Kos. Früher zählte Kos zu den beliebtesten Urlaubszielen aller griechischen Inseln. Sie erstreckt sich über eine Länge von knapp 42 und misst an der breitesten Stelle gut 10 Kilometer. Bekannt war Kos besonders für seine sauberen weißen Strände.

Als Ausweichziel galt die Insel für Besucher, die nicht gern in moslemische Länder reisen, aber trotzdem türkisches Klima genießen wollten. Seinen Rang als Touristenmagnet hat Kos im Zug der Flüchtlingsströme eingebüßt. Auf Kos und der Nachbarinsel Lesbos strandeten Tausende Flüchtlinge, die die Nähe zur Türkei zur Flucht nach Europa nutzten. Für das krisengebeutelte Griechenland eine fatale Entwicklung, denn die Touristen blieben aus.

Besiedelt wurde die Insel erstmals durch dorische Siedler aus Epidauros. Die ersten Bewohner sollen dem Mythos nach Anhänger des Heilgottes Asklepios gewesen sein. Sicher steht fest, dass die Insel einen entscheidenden Bezug zur Heilkunst hat. Bis heute schwören Ärzte den Eid des Hippokrates. Hippokrates von Kos lebte ca. 460-370 v. Chr. und galt als berühmtester Heiler der Antike. Auf den berühmten Arzt weisen heute noch symbolisch die Platane des Hippokrates und seine Statue hin.

Besondere Highlights für den Besuch von Kos wären die antiken Überreste Asklepieion von Kos bei Platáni. Etwas jüngeren Datums die Johanniterfestung Neratzia in Kos-Stadt Kapelle Christos Dikeos. Den schönsten Ausblick über die Insel bietet das Bergdorf Zia aus 300 Metern über dem Meeresspiegel. Zu genießen ist ein Blick auf die Insel, auf die nördliche Nachbarinsel sowie das türkische Festland.

Pamvotida See - Nordwesten Griechenland

Griechenland steht für viele Besucher symbolisch für den Urlaub am Wasser. Nicht in den Hochglanzkatalogen zu entdecken ist der landschaftlich sehr ansprechende Nordwesten Griechenlands. Hauptstadt der wirtschaftlich ärmsten Region Griechenlands ist Ioannina. Touristisch ist nur die Küstenregion zwischen Parga und Preveza etwas bekannter. Als Geheimtipp für Naturfreunde, zum Ausklang der kleinen Vorstellung Griechenlands, etwas ganz Besonderes.

Der Pamvotida See liegt östlich der Regionalhauptstadt Ioannina. Er zählt zu den schönsten Binnenwasserflächen Griechenlands und liegt auf 470 Metern über dem Meeresspiegel. Die Wasserfläche erstreckt sich auf eine Länge von 7,5 Kilometern. An seiner breitesten Stelle sind es 5 Kilometer von Ufer zu Ufer. Gespeist wird der See aus dem Wasser der umliegenden Berge. Das Alter des Binnensees wird auf etwa 10.000 Jahre geschätzt.

In Ufernähe, auf der Ioannina-Insel, befindet sich die flächenmäßig kleinste Gemeinde Griechenlands. Nur etwa 1000 Meter lang und 500 Meter breit ist die kleine Kalksteininsel. Sie ist, trotz der begrenzten Landfläche, nur zu Teil bebaut. Mehrheitlich prägen Pinien und Zypressen das Gemeindebild. Fischliebhaber werden sich an lokalen Delikatessen, Karpfen, Aale und Störe und Süßwasserkrebsen erfreuen.

Highlight in Form von Bauwerken und historischen Gebäuden hat die Region nur wenig zu bieten. Zu nennen wären sieben Klöster, von denen das Älteste aus dem 1300. Jahrhundert nach Chr. stammt. Berühmt ist die Insel durch Ali Pascha Tepelena. Nach dem erfolglosen Kampf gegen seine osmanischen Gegner hatte er sich 1822 auf die Insel geflüchtet. Dort wurde er, in seiner Zelle im Pandeleimon-Kloster schließlich ermordet.