Griechenland
- Informationen
zu den Buchstaben O bis Q
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Der
Olymp ist ein Gebirgsmassiv mit über 50 Gipfeln, wovon der Mytikas mit 2.917
Metern der höchste Berg Griechenlands ist. Weitere Gipfel des Olymps sind nur
unwesentlich niedriger (2.912 und 2.911 Meter). Bis zu einer Grenze von ca.
2.000 Metern ist der Olymp bewaldet. Die höchsten Gipfel sind häufig noch
Mitte Mai mit Schnee bedeckt. Das Gebirgsmassiv ist nicht einmal 20 km von der
Ägäis entfernt und liegt in unmittelbare Nähe der Ostküstenstraße zwischen
Thessaloniki und Larissa. Weite Teile des Olymps sind als Nationalpark
ausgewiesen. Wer den Olymp erwandern will, braucht eine ganz gute Kondition,
denn der Aufstieg dauert ca. 6 - 7 Stunden. Unterwegs gibt es einige
Schutzhütten. Selbstverständlich für eine derartige Wanderung sind
natürlich festes Schuhwerk und warme Kleidung (die Temperaturunterschiede sind
doch ganz erheblich). Ausgangspunkt ist das Dorf Litochoro an der Ostseite des
Gebirges. Hier gibt es auch Wetterinformationen und die Möglichkeit der
Reservierung von Plätzen zum Übernachten in einer der Schutzhütten. Man kann
mit dem Auto dann aber noch bis auf 1.100 Meter Höhe bis zur Station Prionis
fahren (ca. 16 km). Von hier aus kommt man dann zu Fuß in gut 2 Stunden zur
Schutzhütte A in 2.100 Metern Höhe, die an der Baumgrenze liegt. Hier sollte
man übernachten, wenn man noch auf den Gipfel des Mytikas möchte, denn dieser
Aufstieg dauert ca. 4 Stunden. Da es teilweise schnell dunkel wird, sollte
man schon am Vormittag losgehen, damit man noch im Hellen zurück ist. Die
idealen Monate für eine derartige Tour sind Juni bis September.
In der Antike galt der Olymp als Wohnsitz der Götter (siehe
auch "Götter").
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Olympia
gehört zu den bedeutendsten antiken Stätten Griechenlands und hat durch die
Olympischen Spiele immer noch Bezug zur Gegenwart. Das gleichnamige Dorf hat
knapp 1.000 Einwohner und lebt fast ausschließlich vom Tourismus. Es gibt
zahlreiche Hotels und Pensionen sowie viele Restaurants in dieser landschaftlich
sehr schönen Region auf dem Peloponnes. Am besten erreicht man Olympia über
die Westküstenstraße Patras - Pyrgos. Kurz vor dem Ort Pyrgos geht eine
Straße ins Inselinnere, auf der man nach ca. 20 Kilometern den Ort Olympia und
die Ausgrabungsstätte erreicht.
Seit 776 vor Christi gibt es die Olympischen Spiele, sie wurden zu Ehren des
Zeus ausgetragen. Zu Beginn war es nur ein einziger Wettkampf und zwar ein
Stadionlauf über 192 Meter. In den folgenden Jahren kamen dann einige
Wettkämpfe hinzu: u.a. ein Fünfkampf (Stadionlauf, Speerwurf, Diskuswurf,
Ringen und ein Fünfsprung aus dem Stand), ein Langstreckenlauf über 4.600
Meter, ein Faustkampf und Wagenrennen. Bis 472 vor Christi wurden die
Wettkämpfe alle an einem Tag durchgeführt, danach verlängerte sich die Dauer
auf 5 Tage. Die Wettkämpfe wurden nur von Männern bestritten, Frauen war
selbst das Zuschauen verboten (unter Androhung der Todesstrafe !). Das Ende der
Olympischen Spiele der Antike kam im Jahr 393 nach Christi, als heidnische Kulte
und auch die olympischen Wettkämpfe durch Kaiser Theodosius verboten wurden.
Die Ausgrabungsstätte ist recht weitläufig. Der Zeus-Tempel gehört zu den
bemerkenswertesten Ausgrabungen. Die Säulen hatten früher einmal eine Höhe
von 10,50 Metern und es gab insgesamt 36 davon. Viele Säulenteile liegen neben
dem gewaltigen Unterbau (die Abmessungen: 64 Meter lang und 28 Meter breit). In
seinem Innenraum soll eines der sieben antiken Weltwunder gestanden haben: eine
14 Meter hohe Zeusstatue aus Gold, Silber, Edelsteinen und Elfenbein. Der Tempel
wurde 457 vor Christi fertiggestellt.
Nördlich vom Zeus-Tempel befinden sich die Überreste des Hera-Tempels (einige
Säulen wurden wieder aufgebaut). Es folgt eine Schatzhausterrasse, auf der
zahlreiche Schatzhäuser standen, die bis zum Eingang in das Stadion reicht.
Durch ein Tonnengewölbe kommt man dann in das antike Stadion, das Platz für
ca. 40.000 Zuschauer bot. Die Start- und Ziellinien aus Steinplatten an den
beiden Enden des Stadions kann man noch gut erkennen. Im südlichen und
westlichen Teil der Ausgrabungsstätte befanden sich zahlreiche Herbergen,
Bäder und Thermen, von denen die meisten Grundmauern noch zu sehen sind.
Westlich des Hera-Tempels stößt man noch auf die Überreste des Rundtempels
Phillippeion (338 v. Chr.) und des quadratischen Bauwerks Prytaneion der Eleer,
in dem die Olympiasieger bewirtet wurden (ca. 6.Jh. vor Christi).
Die Ausgrabungsstätte ist in der Woche von 8:00 bis 19:00 Uhr (montags erst ab
12:30 Uhr) und am Wochenende von 8:30 bis 15:00 Uhr geöffnet. In der dunklen
Jahreszeit wird schon gegen 17:00 Uhr geschlossen.
Im archäologischen Museum, das gegenüber der Ausgrabungsstätte liegt, sind
zahlreiche Funde aus Olympia zu sehen. Gleich im Kassenbereich befinden sich
zwei Modelle der Anlage, die zeigen, wie sie früher einmal ausgesehen haben
muss. In den einzelnen Sälen sind u.a. Statuen, Skulpturen, Vasen, ein
Bronzepferd sowie Sportgeräte und Waffen ausgestellt.

(Die Überreste des
Hera-Tempels)
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1896 fanden die ersten Olympischen
Spiele der Neuzeit in Athen statt (damals mit 13 Nationen und Griechenland
stellte die erfolgreichsten Sportler). 100 Jahre später wollte Athen wieder
die Olympischen Spiele ausrichten, den Zuschlag bekam jedoch Atlanta (und
Coca-Cola). Auch viele der Griechen, die die Spiele eigentlich nicht nach Athen
haben wollten, fühlten sich in ihrer Ehre gekränkt.
Zwischenzeitlich hat es aber doch geklappt - Athen durfte die Olympischen Spiele 2004
ausrichten. Die Spiele konnten überzeugen und allen Unkenrufen zum Trotz
wurden auch alle Wettkampfstätten rechtzeitig fertig. Das Prestige-Objekt
"Olympische Spiele" hat in einem relativ kleinen Land wie Griechenland
aber zu nicht unerheblichen finanziellen Belastungen geführt -
Steuererhöhungen blieben da nicht aus. Die Stadt Athen profitiert aber gewaltig
von den Olympischen Sielen, denn es wurde vieles neu gebaut und das Straßen-
und U-Bahn-Netz wurde verbessert.
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Einheitliche
Öffnungszeiten gibt es in Griechenland eigentlich nicht, denn es gibt doch
erhebliche Unterschiede zwischen Touristenzentrum und ländlichen
Bereichen.
Grundsätzlich kann man feststellen, dass viele Geschäfte
eine lange Mittagspause haben (zwischen 13:00 und 17:00 Uhr), dafür aber abends
bis 20:00 Uhr - in Touristenzentren teilweise aber auch durchgehend von 9:00 Uhr
bis 22:00 Uhr - geöffnet haben.
Für viele Kleinigkeiten gibt es die zahlreichen Kioske
(Periptero), die am frühen Morgen öffnen und häufig bis spät in die Nacht
geöffnet haben. Hier bekommt man fast alles für den täglichen Bedarf - u.a.
Zigaretten, Süßigkeiten, kühle Getränke, Aspirin und Shampoo.
Banken haben überwiegend nur am Vormittag
von 8:00 Uhr bis 13:30 Uhr geöffnet, am Nachmittag haben nur wenige Banken in
den größeren Touristenzentren geöffnet. Durch die erhebliche Zunahme der
Geldausgabeautomaten kann man mit diesen eingeschränkten Öffnungszeiten aber
ganz gut leben.
Museen und archäologische
Stätten haben meist von 8:30 Uhr bis 17:00 Uhr (am Wochenende
häufig nur bis 15:00 Uhr) geöffnet. Während dieser Kernzeit sollten Sie
eigentlich immer Einlass finden. Einige Ausgrabungsstätten haben im Sommer aber
auch länger (bis 19:00 Uhr) geöffnet. Häufig gibt es einen Ruhetag in der
Woche (meist am Montag).
Klöster sind überwiegend von Sonnenaufgang
bis Sonnenuntergang geöffnet. Zwischen 13:00 und 16:00 Uhr sollte man sie
jedoch nicht aufsuchen, da dann Mittagsruhe ist. Meist sind die Kloster-Anlagen
dann auch geschlossen.
Viele Kirchen sind außerhalb der
Gottesdienste verschlossen, da es in der zurückliegenden Zeit zahlreiche
Ikonen-Diebstähle gab. Wer jedoch an der Besichtigung ein großes Interesse
hat, kann in einer nahegelegenen Taverne oder einem Kafenion nach dem Schlüssel
bzw. dem Verwalter des Schlüssels fragen. Die Griechen sind Ihnen dann
sicherlich sehr behilflich. Beachten Sie dabei bitte aber die
"Siesta", die zwischen 13:00 und 16:00 Uhr liegt, da dann viele
Griechen ein Mittagsschläfchen halten.
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Paros (194 qkm - 8.500 Einwohner)
gehört mit Sicherheit zu den schönsten Inseln der Kykladen und es zentriert
sich nicht alles auf einen Ort (wie z.B. auf Mykonos). Besonders schön sind der
Hauptort Parikia, der auch Fährhafen ist und der Hafenort Naoussa. Aber auch im
Inselinnern gibt es zahlreiche hübsche Dörfer, die einen Besuch lohnen.
In Parikia (liegt in einer kleinen Bucht an der Westküste und hat ca. 3.000
Einwohner) ist im Sommer immer etwas los. Der ursprüngliche Ortskern mit
verwinkelten Gassen und zahllosen Kirchen und Kapellen im typischen Kykladenstil
wird durch keine Betonbauten zerstört. Die Häuser stammen überwiegend aus dem
17. und 18. Jahrhundert. Sehenswert ist die Kirche Ekatontapiliani ("die Hunderttorige"), die aus drei Epochen stammt: der Kapelle Agios Nikolaos
aus dem 4. Jahrhundert, der Kreuzkuppelkirche aus dem 6. Jahrhundert und dem
Baptisterium aus dem 7. Jahrhundert. Parikia ist auch eine blumenreiche Stadt -
überall blühen Hibiskus und Bougainvillea.
Naoussa ist ein Fischerdorf (ca. 1.200 Einwohner) und liegt idyllisch in einer
großen Bucht im Norden der Insel. Auch hier findet man fast ausschließlich die
weißen Kubenhäuser. Besonders am Hafen spielt sich im Sommer das Leben in
zahlreichen Tavernen und Cafes ab. Im Umkreis von Naoussa befinden sich auch die
schönsten Strände der Insel (z.B. Kolimbitres, Monastiri und Santa Maria) und
einige größere und moderne Hotels.
Im Inselinnern sollte man das Schmetterlingstal (südlich von Parikia), in dem
im Sommer Tausende von Schmetterlingen anzufinden sind, besuchen. Außerdem lohnt
ein Besuch des Bergdorfes Lefkes am Fuße des Profitis Ilias. Es ist ein altes
Dorf mit vielen engen Gassen, in dem es noch ruhig und beschaulich zugeht.
Paros hat einen kleinen Flughafen, der ziemlich weit im Süden der Insel liegt.
Es besteht mehrmals täglich eine Flugverbindung von und nach Athen.
Fährverbindungen bestehen u.a. mit Piräus, Rafina, Naxos, Ios, Mykonos, Tinos,
Santorin, Kreta und Rhodos.
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Der Peloponnes ist
eine Halbinsel die durch eine nur ca. 5.600 Meter breite Landenge (Isthmus) mit
dem griechischen Festland verbunden ist. Durch den Kanal von Korinth ist der
Peloponnes Ende des 19. Jh. sogar zu einer künstlichen Insel gemacht worden.
Die Halbinsel ist ca. 21.500 qkm groß und hat ca. 1 Mio. Einwohner. Der Peloponnes zählt zu den schönsten und interessantesten
Gebieten Griechenlands und ist sehr gebirgig. Die höchsten Berge erreichen eine Höhe von
über 2.400 Metern. Auf dem Peloponnes gibt es so berühmte und sehenswerte Stätten wir
Olympia,
Epidauros,
Mykene,
Korinth,
Nafplion und
Sparta
(Einzelheiten dazu auf den Seiten
mit den jeweiligen Anfangsbuchstaben). Aber auch viele mittelalterliche Burgen
und zahlreiche Kirchen und Klöster lohnen einen Besuch. Die größten Städte sind Patras und
Kalamata. Um den Ort Nemea befindet sich eines der größten
Weinanbaugebiete Griechenlands. Schöne Strände findet man an der Westküste
bei Loutra Kyllinis (lange Sandstrände mit Dünen). Hier und um Nafplion liegen
die touristischen Zentren des Peloponnes.
Neben den
sehenswerten Stätten, die extra beschrieben werden, folgen hier einige weitere
Sehenswürdigkeiten auf dem Peloponnes, die kurz vorgestellt werden.
Argos - Die Stadt Argos (ca. 21.000 Einwohner) liegt auf der Ostseite des Peloponnes ca. 15 km von Nafplion und dem Argolischen Golf entfernt. Dieser Stadt, die ein landwirtschaftliches und industrielles Zentrum der Gegend ist, merkt man nicht an, dass sie zu den ältesten Städten Griechenlands zählt. An der Straße nach Tripolis liegt eine interessante Ausgrabungsstätte. Hier befinden sich z.B. römische Thermen aus dem 2. Jh., ein Theater aus den Anfängen des 3. Jh. vor Christi (dieses Theater bot einmal Platz für ca. 20.000 Zuschauern) und ein Odeon (ein Theater für Musikdarbietungen) aus dem 5. Jh. v. Chr.
Mani
- Die Mani ist eine beeindruckende Gegend, die auf dem mittleren Finger
des Peloponnes liegt. Die schroffe Felsenlandschaft mit zahlreichen
kleinen Siedlungen war früher Austragungsort vieler blutiger Fehden
zwischen den einzelnen Familien. Davon zeugen heute noch mehrere
Wohntürme, die bis zu 20 m hoch sind und eine Mauerstärke von über 1 m
haben. Sie stammen überwiegend aus dem 17. Jh. und wurden in den
folgenden Jahren teilweise zu richtigen Festungen ausgebaut (z.B. mit
Schießscharten).
Im Westen der Mani liegen bei
Pyrgos Dirou sehenswerte Tropfsteinhöhlen, die man auf unterirdischen
Wasserstraßen durchfahren kann und so einen herrlichen Eindruck von der
bizarre Landschaft erhält.
Monemvassia - Monemvassia liegt ziemlich weit im Süden an der Ostküste. Das Dorf wurde auf einem großen Felsklotz erbaut und die Unterstadt vermittelt immer noch einen mittelalterlichen Eindruck mit zahlreichen engen Gassen, byzantinischen Kirchen, alten Häusern und Stadtmauern. Die Oberstadt ist hingegen seit Beginn des 20. Jh. verlassen.
Nemea - Die Ausgrabungsstätte liegt ca. 5 km von dem kleinen Städtchen Nemea entfernt. Bedeutendste Sehenswürdigkeit in der Ausgrabungsstätte ist ein Zeus-Tempel aus dem 4. Jh. v. Chr. mit noch drei aufrecht stehenden Säulen. Besuchen sollte man auch das Museum mit mehreren antiken Funden. Nemea liegt ca. 35 km südlich von Korinth.
Tiryns - Die mykenische Burg von Tiryns liegt direkt an der Straße von Argos nach Nafplion. Sie stammt aus dem 14. bis 12. Jh. vor Christi, archäologische Funde zeigen jedoch, dass hier schon in der Jungsteinzeit Menschen gelebt haben. Die Burg, die man heute vorfindet, besteht aus einem Mauerring, dem Palast und der Unterburg.
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Peloponnes Keine andere Region Griechenlands blickt auf eine so lange Geschichte des Tourismus zurück wie der Peloponnes. Schon vor 2000 Jahren schwärmten die Römer von der Landschaft und Architektur in den höchsten Tönen. Diese Kontinuität hat bis heute gehalten: Der Peloponnes ist das klassische Reiseziel eines jeden Hellas-Fans. Weltberühmte Ausgrabungen in Olympia und Mykene, die wilde und noch unberührte Mani, kilometerlange Sandstrände bei Kyllini und ein halbes Dutzend Trauminseln, von denen schon Lord Byron und Henry Miller schwärmten, erfüllen Traveller-Sehnsüchte. Hans-Peter Siebenhaar kennt den Peloponnes seit vielen Jahren wie seine Westentasche. Auf 600 Seiten berichtet er sachkundig und detailliert über alles, was der Reisende, der das "Herz Griechenlands" erkunden möchte, benötigt. Aktuelle Auflage: März 2009 ! zur Leseprobe des Reiseführers "Peloponnes" >>> zur Bestellmöglichkeit beim Michael Müller Verlag >>>
Pressestimmen: |
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U.E. eine der besten
"Erfindungen" der Griechen im 20. Jahrhundert. Diese kleinen - meist 4
bis 6 qm großen - Kioske stehen in jeder Stadt an fast jeder Ecke und auch fast
jedes größere Dorf hat seinen Periptero. Allein in Athen soll es über 3000
Stück geben. Diese kleinen Läden sind mit Ware
bis unter das Dach vollgepackt und der Verkäufer hat gerade noch für sich und
eventuell einen Stuhl Platz. Der Verkauf erfolgt durch eine kleine Öffnung an
der Vorderseite des Peripteros. Hier bekommt man fast alle Zigarettensorten (die
Stangen sind so an den Wänden gestapelt, dass sie im Winter die Kälte abhalten
und im Sommer die Hitze nicht so sehr in den Periptero lassen), Feuerzeuge,
Telefonkarten, Süßigkeiten, Kaugummi, Kekse, griechische Tageszeitungen und
Zeitschriften,
Kondome, kühle Getränke (ein Getränke-Kühlschrank steht meist neben dem
Periptero), Nähzeug, Shampoo, Kugelschreiber, Aspirin und unzählige andere Dinge. Ein
weiterer Vorteil der Periptera sind die Öffnungszeiten, denn viele haben bis
Mitternacht oder noch länger geöffnet.
Ein Periptero kann und darf aber nicht jeder eröffnen. Mit dieser Einrichtung
will der griechische Staat sozial Schwächere (zum Beispiel Kriegsgeschädigte und
Eltern von kinderreichen Familien) unterstützen, eine Existenz aufzubauen -
eine u.E. gute Idee, die aber häufig durch Beziehungen untergraben wird.
Trotzdem sind Periptera eine tolle Sache, die wir bei unseren
Griechenland-Aufenthalten nicht missen möchten.
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Erst seit 1975 ist Griechenland eine
parlamentarische Republik. Staatsoberhaupt ist der Präsident, der vom Parlament
für fünf Jahre gewählt wird. Beherrscht wird die Parteienlandschaft von zwei
großen Parteien, der PASOK (Panhellenische Sozialistische Bewegung) und der ND
(Nea Dimokratia -konservativ-). Drittgrößte Kraft ist die KKE (Kommunistische
Partei Griechenland). In Griechenland muss eine Partei mindestens 3 % erreichen,
um in das Parlament einzuziehen. Die Grünen spielen in Griechenland keine
Rolle. Zwar hat die PASOK die Farbe Grün, allerdings nicht aus ökologischer
Überzeugung, sondern als Zeichen der Hoffnung. Aus den ersten freien Wahlen
nach dem Krieg ging im November 1974 die Nea Dimokratia als Sieger hervor,
Ministerpräsident wurde Konstantin Karamanlis. 1981 kam es dann zum ersten
Machtwechsel. Andreas Papandreou gelang es mit seiner sozialistischen PASOK die
absolute Mehrheit zu erreichen. Papandreou wurde Ministerpräsident. Nach
zahlreichen parteipolitischen Querelen und privaten Skandalen innerhalb der
PASOK kam es dann 1990 zum erneuten Machtwechsel. Die Nea Dimokratia stellte mit
Konstantin Mitsotakis den Ministerpräsidenten. Aber auch diese Ära dauerte
nicht lange. Bereits 1993 kam es zu vorgezogenen Wahlen und die Nea Dimokratia
wurde wieder von der PASOK abgelöst. Papandreou wurde wieder
Ministerpräsident. Als Papandreou stirbt, wird Konstantin Simitis im Januar
1996 sein Nachfolger und bei den folgenden Wahlen bestätigt. Bei den Wahlen im April 2000 wurde die PASOK mit einem sehr knappen Ergebnis bestätigt (PASOK 43,8 %, ND 42,7 %). Da Ministerpräsident Simitis sein Amt kurz vor Ende der Legislaturperiode niederlegte, kam es am 07.03.2004 zu etwas vorgezogenen Neuwahlen, aus denen die Nea Dimokratia mit ihrem Spitzenkandidaten Kostas Karamanlis als Wahlsieger hervorging. Die Nea Dimokratia (ND) erreichte ca.
45,4 % der abgegebenen Stimmen, die PASOK mit Spitzenkandidat Georgios Papandreou kam auf 40,6 %, die KKE (Kommunistische Partei Griechenland) erreichte
5,9 % und die SYRIZA (Koalition der radikalen Linken) 3,3 %.
Am 16.09.2007 fanden wiederum vorgezogene Wahlen statt, aus denen die ND unter
Kostas Karamanlis trotz der schweren Vorwürfe, die der Regierung im Zusammenhang
mit den verheerenden Waldbränden gemacht wurden, als Sieger hervorging. Die
oppositionelle PASOK konnte keinen Nutzen aus der Stimmung ziehen, die kurz vor
der Wahl gegen die Regierungspartei ND aufkam. Die PASOK musste sogar leichte
Verluste hinnehmen. Von den Verlusten der ND und der PASOK profitierten die
kleineren Parteien.
Die ND kam auf 41,8 %, die PASOK auf 38,1 %, die KKE auf 8,2 %, die SYRIZA auf
5,0 % und die LAOS (rechtsextreme Völkisch-Orthodoxe Sammlung) auf 3,8 %.
Da es in Griechenland anscheinend nicht ohne vorgezogene Wahlen geht, wurde am
04.10.2009 erneut gewählt. Bei dieser Wahl kam es zu einem heftigen Absturz bei
der ND und die PASOK konnte gleichzeitig deutlich hinzugewinnen und erreichte
sogar die absolute Mehrheit der Sitze. Neuer Ministerpräsident wird
somit Georgios Papandreou. Hier die Ergebnisse: PASOK = 43,9 %, ND = 33,5 %, PKK
= 7,5 %, LAOS 5,6 %, SYRIZA = 4,6 %. Die Grünen scheiterten mit 2,5 % an der
3-Prozent-Hürde.
Das ergibt folgende Sitzverteilung im Parlament, das aus 300 Abgeordneten
besteht (in Klammern die Sitzverteilung von 2007):
ND - 91 (152)
PASOK - 160 (102)
KKE - 21 (22)
SYN - 13 (14)
LAOS - 15 (10)
Seit 1981 ist Griechenland das 10. Mitglied der EG (jetzt: EU). Die Kriterien für die EU-Währungsunion wurden 1998 von Griechenland zwar nicht erfüllt, trotzdem gehörte Griechenland (wie auch immer das geschafft wurde) zu den Ländern, die am 01.01.2002 den Euro einführten. Seit 1980 ist Griechenland wieder Mitglied der NATO. Innerhalb der Bevölkerung gibt es aber nicht unerheblichen Widerstand gegen die amerikanischen Militärstützpunkte. Während des Kosovo- Krieges und des Irak-Krieges waren anti-amerikanische Demonstrationen in Athen und anderen größeren Städten an der Tagesordnung. Zu Deutschland und mehreren anderen NATO-Mitgliedsländern besteht hingegen eine wesentlich bessere Beziehung.
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Nach
einer internationalen Statistik hat Griechenland die niedrigste
Kriminalitätsrate in der Europäischen Union, die noch nicht einmal die Hälfte
des EU-Durchschnitts beträgt. Auf vielen Inseln und im ländlichen Bereich ist
die Kriminalitätsrate noch wesentlich geringer. Ohne die beiden Großstädte
Athen und Thessaloniki würde die Gesamtrate daher noch erheblich niedriger
sein. Ehrlichkeit ist in Griechenland eine Tugend, die immer noch sehr hoch in
der Gesellschaft angesiedelt ist (einzige Ausnahme: Steuerehrlichkeit). Auch wir
haben schon einmal einen Fotoapparat auf dem Tisch einer Taverne vergessen. Als
wir es merkten und zurück in die Taverne gingen, lächelte uns der Wirt an und gab uns
gleich den Fotoapparat, ohne dass wir fragen mussten. Wenn es tatsächlich zu
Diebstählen kommt, sind die Täter häufig
Ausländer (Diebstahlstouristen, abgebrannte Urlauber oder immer häufiger
Einwanderer aus Nachbarländern) - auch hier gibt es Ausnahmen in den
Großstädten.
Außer in den Großstädten ist die Polizei kaum präsent, was sie bisher auch
noch nicht muss. Wenn man mal auf Polizisten trifft, handelt es sich meist um
Verkehrskontrollen. Der Polizei-Notruf in Griechenland ist 100. Neben der
"normalen" Polizei gibt es in den touristischen Zentren zusätzlich
noch die Touristenpolizei. Sie hat die Aufgabe, die touristischen Einrichtungen
und Dienstleistungsunternehmen zu überwachen und die Touristen bei Problemen zu
beraten. Jeder Touristen-Polizist muss zumindest eine Fremdsprache
können.
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Die Öffnungszeiten der Postämter
sind unterschiedlich. In Städten haben die Postämter meist werktags von 7:30 bis
19:00 Uhr geöffnet, am Samstag bis 14:00 Uhr. In kleineren Ortschaften mit einer
eigenen Post sind die Öffnungszeiten häufig auf den Vormittag beschränkt.
Grundsätzlich brauchen Sie aber nicht unbedingt eine Post aufsuchen, um
Briefmarken zu kaufen. Die meisten Geschäfte (besonders die Touristenshops), die
Postkarten verkaufen, haben auch Briefmarken (nicht selten wird von den Geschäften ein Aufschlag von 10 % auf das Porto
genommen). Ihre Postkarten müssen Sie in den meisten Fällen auch nicht zur
Post bringen, denn in fast allen Hotels können Sie die Postkarten an der
Rezeption abgeben oder es hängt ein Kasten für die Postkarten in
Rezeptions-Nähe. Schreiben Sie die Postkarten, die vor Ihrer Heimreise ankommen
sollen, rechtzeitig, denn es kommt nicht selten vor, dass Postkarten bis zu zwei
Wochen unterwegs sind, bevor sie bei den Empfängern angekommen sind - etwas
abhängig von Ihrem Urlaubsort (unter einer Woche ist schon ziemlich
rekordverdächtig). Der "Zeitrekord" von einigen unserer geschriebenen
Postkarten betrug knapp 7 Wochen (wir hatten die Postkarten in einem Dorf in
einen offiziellen Briefkasten der Post eingeworfen. Dort schlummerten sie dann wohl
über 5 Wochen - der Poststempel lässt das jedenfalls vermuten. Also die
Postkarten lieber nicht in einen "Dorf-Briefkasten" werfen.
Post heißt übersetzt "tachidromio", die Briefmarke ist die "grammatossimo"
(Mehrzahl:
grammatossima).
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Besonders
auf den Inseln werden viele Privatzimmer für die Urlauber angeboten. Ein
riesiges Angebot besteht z.B. auf den Kykladen.
Viele Griechen haben erkannt, dass die Vermietung von Zimmern ein lukrativer
Nebenverdienst ist. Das Angebot reicht dabei vom einfachen Zimmer bis zur
kompletten Ferienwohnungen. Falls man mit dem Auto unterwegs ist, sieht man am
Straßenrand häufig Schilder mit der Aufschrift "Rooms to let" oder
"Rooms to rent". An vielen Fähranlegern stehen zahlreiche Vermieter
von Zimmern, um den ankommenden Individualreisenden ihre Zimmerangebote zu
unterbreiten. Auf den Kykladen nimmt das teilweise schon groteske Formen an,
denn man muss sich manchmal durch eine größere Menschenmenge seinen Weg bahnen
und jeder Vermieter / jede Vermieterin zeigt Fotos von dem Haus und den Zimmern,
die gerade frei sind und gibt lauthals kund, dass die Preise "very cheap",
also sehr günstig sind. Hat man kein Quartier, ist das die einfachste
Möglichkeit eine Unterkunft zu finden. Stellt sich anschließend heraus, dass
die Wahl doch nicht so gut war, kann man am nächsten Tag immer noch in Ruhe
nach einem anderen Zimmer suchen. Die Preise für ein Zimmer (meist
Doppelzimmer) liegen in der Regel zwischen 12 Euro und 30 Euro, wobei die
Qualität aber sehr unterschiedlich sein kann. Nicht zu unterschätzen ist der
häufig im Preis enthaltene "Familienanschluss". Man erfährt daher
viel über Land und Leute, was in größeren Hotels und Pensionen nur sehr
selten der Fall ist.
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Wenn man die "deutsche" Pünktlichkeit mit der griechischen Pünktlichkeit vergleicht, gibt es doch erhebliche Unterschiede - wir sprechen da aus eigener Erfahrung. Verabredet man sich mit einem Griechen zu einer bestimmten Uhrzeit, wird er mit Sicherheit nicht früher dort sein und nur sehr selten zur verabredeten Uhrzeit erscheinen. Versetzt wird man aber auch nicht, man muss nur etwas Geduld mitbringen (was uns auch nach Jahren manchmal immer noch etwas schwer fällt, wenn ich ehrlich bin). Aus 10:00 Uhr kann schnell einmal 11:00 Uhr werden - so ist halt die griechische Mentalität. Auch im Sprachgebrauch gibt es dafür wichtige und häufig benutze Wörter - z.B. siga,siga (langsam, langsam), awrio (heißt übersetzt "morgen", die Griechen meinen damit aber nicht selten "irgendwann") oder amesos (heißt zwar "sofort", wird aber manchmal als "bald" interpretiert) und "griechische fünf Minuten" bedeuten häufig 15 Minuten oder länger. Hektik ist für die Griechen ein Fremdwort und manchmal wünscht man sich, etwas von dieser Lebenseinstellung mit nach Hause nehmen zu können. In Griechenland wird nicht alles von A bis Z durchgeplant, sondern viel improvisiert. Wer sich im Griechenlandurlaub nicht zumindest etwas an diesen Lebensrhythmus gewöhnen kann, wird den Urlaub nicht richtig genießen können.
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TIPP: |
Eine
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sowie umfangreiche Informationen rund um Griechenland finden Sie
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(in Kooperation mit griechenland-infos.de)
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