Griechenland - Informationen
zu den Buchstaben O bis Q

Olymp

Der Olymp ist ein Gebirgsmassiv mit über 50 Gipfeln, wovon der Mytikas mit 2.917 Metern der höchste Berg Griechenlands ist. Weitere Gipfel des Olymps sind nur unwesentlich niedriger (2.912 und 2.911 Meter). Bis zu einer Grenze von ca. 2.000 Metern ist der Olymp bewaldet. Die höchsten Gipfel sind häufig noch Mitte Mai mit Schnee bedeckt. Das Gebirgsmassiv ist nicht einmal 20 km von der Ägäis entfernt und liegt in unmittelbare Nähe der Ostküstenstraße zwischen Thessaloniki und Larissa.  Weite Teile des Olymps sind als Nationalpark ausgewiesen. Wer den Olymp erwandern will, braucht eine ganz gute Kondition, denn der Aufstieg dauert ca. 6 - 7 Stunden. Unterwegs gibt es einige Schutzhütten.  Selbstverständlich für eine derartige Wanderung sind natürlich festes Schuhwerk und warme Kleidung (die Temperaturunterschiede sind doch ganz erheblich). Ausgangspunkt ist das Dorf Litochoro an der Ostseite des Gebirges. Hier gibt es auch Wetterinformationen und die Möglichkeit der Reservierung von Plätzen zum Übernachten in einer der Schutzhütten. Man kann mit dem Auto dann aber noch bis auf 1.100 Meter Höhe bis zur Station Prionis fahren (ca. 16 km). Von hier aus kommt man dann zu Fuß in gut 2 Stunden zur Schutzhütte A in 2.100 Metern Höhe, die an der Baumgrenze liegt. Hier sollte man übernachten, wenn man noch auf den Gipfel des Mytikas möchte, denn dieser Aufstieg dauert ca.  4 Stunden. Da es teilweise schnell dunkel wird, sollte man schon am Vormittag losgehen, damit man noch im Hellen zurück ist. Die idealen Monate für eine derartige Tour sind Juni bis September.
In der Antike galt der Olymp als Wohnsitz der Götter (siehe auch "Götter").

Olympia

Olympia gehört zu den bedeutendsten antiken Stätten Griechenlands und hat durch die Olympischen Spiele immer noch Bezug zur Gegenwart. Das gleichnamige Dorf hat knapp 1.000 Einwohner und lebt fast ausschließlich vom Tourismus. Es gibt zahlreiche Hotels und Pensionen sowie viele Restaurants in dieser landschaftlich sehr schönen Region auf dem Peloponnes. Am besten erreicht man Olympia über die Westküstenstraße Patras - Pyrgos. Kurz vor dem Ort Pyrgos geht eine Straße ins Inselinnere, auf der man nach ca. 20 Kilometern den Ort Olympia und die Ausgrabungsstätte erreicht.
Seit 776 vor Christi gibt es die Olympischen Spiele, sie wurden zu Ehren des Zeus ausgetragen. Zu Beginn war es nur ein einziger Wettkampf und zwar ein Stadionlauf über 192 Meter. In den folgenden Jahren kamen dann einige Wettkämpfe hinzu: u.a. ein Fünfkampf (Stadionlauf, Speerwurf, Diskuswurf, Ringen und ein Fünfsprung aus dem Stand), ein Langstreckenlauf über 4.600 Meter, ein Faustkampf und Wagenrennen. Bis 472 vor Christi wurden die Wettkämpfe alle an einem Tag durchgeführt, danach verlängerte sich die Dauer auf 5 Tage. Die Wettkämpfe wurden nur von Männern bestritten, Frauen war selbst das Zuschauen verboten (unter Androhung der Todesstrafe !). Das Ende der Olympischen Spiele der Antike kam im Jahr 393 nach Christi, als heidnische Kulte und auch die olympischen Wettkämpfe durch Kaiser Theodosius verboten wurden.
Die Ausgrabungsstätte ist recht weitläufig. Der Zeus-Tempel gehört zu den bemerkenswertesten Ausgrabungen. Die Säulen hatten früher einmal eine Höhe von 10,50 Metern und es gab insgesamt 36 davon. Viele Säulenteile liegen neben dem gewaltigen Unterbau (die Abmessungen: 64 Meter lang und 28 Meter breit). In seinem Innenraum soll eines der sieben antiken Weltwunder gestanden haben: eine 14 Meter hohe Zeusstatue aus Gold, Silber, Edelsteinen und Elfenbein. Der Tempel wurde 457 vor Christi fertiggestellt.

Nördlich vom Zeus-Tempel befinden sich die Überreste des Hera-Tempels (einige Säulen wurden wieder aufgebaut). Es folgt eine Schatzhausterrasse, auf der zahlreiche Schatzhäuser standen, die bis zum Eingang in das Stadion reicht. Durch ein Tonnengewölbe kommt man dann in das antike Stadion, das Platz für ca. 40.000 Zuschauer bot. Die Start- und Ziellinien aus Steinplatten an den beiden Enden des Stadions kann man noch gut erkennen. Im südlichen und westlichen Teil der Ausgrabungsstätte befanden sich zahlreiche Herbergen, Bäder und Thermen, von denen die meisten Grundmauern noch zu sehen sind. Westlich des Hera-Tempels stößt man noch auf die Überreste des Rundtempels Phillippeion (338 v. Chr.) und des quadratischen Bauwerks Prytaneion der Eleer, in dem die Olympiasieger bewirtet wurden (ca. 6.Jh. vor Christi). 
Die Ausgrabungsstätte ist in der Woche von 8:00 bis 19:00 Uhr (montags erst ab 12:30 Uhr) und am Wochenende von 8:30 bis 15:00 Uhr geöffnet. In der dunklen Jahreszeit wird schon gegen 17:00 Uhr  geschlossen.
Im archäologischen Museum, das gegenüber der Ausgrabungsstätte liegt, sind zahlreiche Funde aus Olympia zu sehen. Gleich im Kassenbereich befinden sich zwei Modelle der Anlage, die zeigen, wie sie früher einmal ausgesehen haben muss. In den einzelnen Sälen sind u.a. Statuen, Skulpturen, Vasen, ein Bronzepferd sowie Sportgeräte und Waffen ausgestellt.

Der Hera-Tempel
(Die Überreste des Hera-Tempels)

Olympische Spiele   

1896 fanden die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit in Athen statt (damals mit 13 Nationen und Griechenland stellte die erfolgreichsten Sportler). 100 Jahre später wollte Athen wieder die Olympischen Spiele ausrichten, den Zuschlag bekam jedoch Atlanta (und Coca-Cola). Auch viele der Griechen, die die Spiele eigentlich nicht nach Athen haben wollten, fühlten sich in ihrer Ehre gekränkt. 
Zwischenzeitlich hat es aber doch geklappt - Athen durfte die Olympischen Spiele 2004 ausrichten. Die Spiele konnten überzeugen und allen Unkenrufen zum Trotz wurden auch alle Wettkampfstätten rechtzeitig fertig. Das Prestige-Objekt "Olympische Spiele" hat in einem relativ kleinen Land wie Griechenland aber zu nicht unerheblichen finanziellen Belastungen geführt - Steuererhöhungen blieben da nicht aus. Die Stadt Athen profitiert aber gewaltig von den Olympischen Sielen, denn es wurde vieles neu gebaut und das Straßen- und U-Bahn-Netz wurde verbessert. 

Öffnungszeiten

Einheitliche Öffnungszeiten gibt es in Griechenland eigentlich nicht, denn es gibt doch erhebliche Unterschiede zwischen Touristenzentrum und  ländlichen Bereichen. 
Grundsätzlich kann man feststellen, dass viele Geschäfte eine lange Mittagspause haben (zwischen 13:00 und 17:00 Uhr), dafür aber abends bis 20:00 Uhr - in Touristenzentren teilweise aber auch durchgehend von 9:00 Uhr bis 22:00 Uhr - geöffnet haben.
Für viele Kleinigkeiten gibt es die zahlreichen Kioske (Periptero), die am frühen Morgen öffnen und häufig bis spät in die Nacht geöffnet haben. Hier bekommt man fast alles für den täglichen Bedarf - u.a. Zigaretten, Süßigkeiten, kühle Getränke, Aspirin und Shampoo.
Banken haben überwiegend nur am Vormittag von 8:00 Uhr bis 13:30 Uhr geöffnet, am Nachmittag haben nur wenige Banken in den größeren Touristenzentren geöffnet. Durch die erhebliche Zunahme der Geldausgabeautomaten kann man mit diesen eingeschränkten Öffnungszeiten aber ganz gut leben. 
Museen und archäologische Stätten haben meist von 8:30 Uhr bis 17:00 Uhr (am Wochenende häufig nur bis 15:00 Uhr) geöffnet. Während dieser Kernzeit sollten Sie eigentlich immer Einlass finden. Einige Ausgrabungsstätten haben im Sommer aber auch länger (bis 19:00 Uhr) geöffnet. Häufig gibt es einen Ruhetag in der Woche (meist am Montag).
Klöster sind überwiegend von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang geöffnet. Zwischen 13:00 und 16:00 Uhr sollte man sie jedoch nicht aufsuchen, da dann Mittagsruhe ist. Meist sind die Kloster-Anlagen dann auch geschlossen. 
Viele Kirchen sind außerhalb der Gottesdienste verschlossen, da es in der zurückliegenden Zeit zahlreiche Ikonen-Diebstähle gab. Wer jedoch an der Besichtigung ein großes Interesse hat, kann in einer nahegelegenen Taverne oder einem Kafenion nach dem Schlüssel bzw. dem Verwalter des Schlüssels fragen. Die Griechen sind Ihnen dann sicherlich sehr behilflich. Beachten Sie dabei bitte aber die "Siesta", die zwischen 13:00 und 16:00 Uhr liegt, da dann viele Griechen ein Mittagsschläfchen halten.

Paros

Paros (194 qkm - 8.500 Einwohner) gehört mit Sicherheit zu den schönsten Inseln der Kykladen und es zentriert sich nicht alles auf einen Ort (wie z.B. auf Mykonos). Besonders schön sind der Hauptort Parikia, der auch Fährhafen ist und der Hafenort Naoussa. Aber auch im Inselinnern gibt es zahlreiche hübsche Dörfer, die einen Besuch lohnen.
In Parikia (liegt in einer kleinen Bucht an der Westküste und hat ca. 3.000 Einwohner) ist im Sommer immer etwas los. Der ursprüngliche Ortskern mit verwinkelten Gassen und zahllosen Kirchen und Kapellen im typischen Kykladenstil wird durch keine Betonbauten zerstört. Die Häuser stammen überwiegend aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Sehenswert ist die Kirche Ekatontapiliani ("die Hunderttorige"), die aus drei Epochen stammt: der Kapelle Agios Nikolaos aus dem 4. Jahrhundert, der Kreuzkuppelkirche aus dem 6. Jahrhundert und dem Baptisterium aus dem 7. Jahrhundert. Parikia ist auch eine blumenreiche Stadt - überall blühen Hibiskus und Bougainvillea. 
Naoussa ist ein Fischerdorf (ca. 1.200 Einwohner) und liegt idyllisch in einer großen Bucht im Norden der Insel. Auch hier findet man fast ausschließlich die weißen Kubenhäuser. Besonders am Hafen spielt sich im Sommer das Leben in zahlreichen Tavernen und Cafes ab. Im Umkreis von Naoussa befinden sich auch die schönsten Strände der Insel (z.B. Kolimbitres, Monastiri und Santa Maria) und einige größere und moderne Hotels.
Im Inselinnern sollte man das Schmetterlingstal (südlich von Parikia), in dem im Sommer Tausende von Schmetterlingen anzufinden sind, besuchen. Außerdem lohnt ein Besuch des Bergdorfes Lefkes am Fuße des Profitis Ilias. Es ist ein altes Dorf mit vielen engen Gassen, in dem es noch ruhig und beschaulich zugeht.
Paros hat einen kleinen Flughafen, der ziemlich weit im Süden der Insel liegt. Es besteht mehrmals täglich eine Flugverbindung von und nach Athen. Fährverbindungen bestehen u.a. mit Piräus, Rafina, Naxos, Ios, Mykonos, Tinos, Santorin, Kreta und Rhodos.

Peloponnes

Der Peloponnes ist eine Halbinsel die durch eine nur ca. 5.600 Meter breite Landenge (Isthmus) mit dem griechischen Festland verbunden ist. Durch den Kanal von Korinth ist der Peloponnes Ende des 19. Jh. sogar zu einer künstlichen Insel gemacht worden. Die Halbinsel ist ca. 21.500 qkm groß und hat ca. 1 Mio. Einwohner. Der Peloponnes zählt zu den schönsten und interessantesten Gebieten Griechenlands und ist sehr gebirgig. Die höchsten Berge erreichen eine Höhe von über 2.400 Metern. Auf dem Peloponnes gibt es so berühmte und sehenswerte Stätten wir Olympia, Epidauros, Mykene, Korinth, Nafplion und Sparta (Einzelheiten dazu auf den Seiten mit den jeweiligen Anfangsbuchstaben). Aber auch viele mittelalterliche Burgen und zahlreiche Kirchen und Klöster lohnen einen Besuch.  Die größten Städte sind Patras und Kalamata. Um den Ort Nemea befindet sich eines der größten Weinanbaugebiete Griechenlands. Schöne Strände findet man an der Westküste bei Loutra Kyllinis (lange Sandstrände mit Dünen). Hier und um Nafplion liegen die touristischen Zentren des Peloponnes. 
Neben den sehenswerten Stätten, die extra beschrieben werden, folgen hier einige weitere Sehenswürdigkeiten auf dem Peloponnes, die kurz vorgestellt werden.


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Peloponnes 
Keine andere Region Griechenlands blickt auf eine so lange Geschichte des Tourismus zurück wie der Peloponnes. Schon vor 2000 Jahren schwärmten die Römer von der Landschaft und Architektur in den höchsten Tönen. Diese Kontinuität hat bis heute gehalten: Der Peloponnes ist das klassische Reiseziel eines jeden Hellas-Fans. Weltberühmte Ausgrabungen in Olympia und Mykene, die wilde und noch unberührte Mani, kilometerlange Sandstrände bei Kyllini und ein halbes Dutzend Trauminseln, von denen schon Lord Byron und Henry Miller schwärmten, erfüllen Traveller-Sehnsüchte. Hans-Peter Siebenhaar kennt den Peloponnes seit vielen Jahren wie seine Westentasche. Auf 600 Seiten berichtet er sachkundig und detailliert über alles, was der Reisende, der das "Herz Griechenlands" erkunden möchte, benötigt. 
Aktuelle Auflage: März 2009 !

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Pressestimmen:
"Wie immer beim Thema Griechenland gibt es in diesem Verlag den besten Reiseführer."
(Geo Saison)

"Ein Buch von höchstem Informationswert, das all jenen zu empfehlen ist, die auf eigene Faust die Peloponnes erkunden wollen."
(Hohenzollersche Zeitung)

Periptero (Kiosk)

U.E. eine der besten "Erfindungen" der Griechen im 20. Jahrhundert. Diese kleinen - meist 4 bis 6 qm großen - Kioske stehen in jeder Stadt an fast jeder Ecke und auch fast jedes größere Dorf hat seinen Periptero. Allein in Athen soll es über 3000 Stück geben. Diese kleinen Läden sind mit Ware bis unter das Dach vollgepackt und der Verkäufer hat gerade noch für sich und eventuell einen Stuhl Platz. Der Verkauf erfolgt durch eine kleine Öffnung an der Vorderseite des Peripteros. Hier bekommt man fast alle Zigarettensorten (die Stangen sind so an den Wänden gestapelt, dass sie im Winter die Kälte abhalten und im Sommer die Hitze nicht so sehr in den Periptero lassen), Feuerzeuge, Telefonkarten, Süßigkeiten, Kaugummi, Kekse, griechische Tageszeitungen und Zeitschriften, Kondome, kühle Getränke (ein Getränke-Kühlschrank steht meist neben dem Periptero), Nähzeug, Shampoo, Kugelschreiber, Aspirin und unzählige andere Dinge. Ein weiterer Vorteil der Periptera sind die Öffnungszeiten, denn viele haben bis Mitternacht oder noch länger geöffnet. 
Ein Periptero kann und darf aber nicht jeder eröffnen. Mit dieser Einrichtung will der griechische Staat sozial Schwächere (zum Beispiel  Kriegsgeschädigte und Eltern von kinderreichen Familien) unterstützen, eine Existenz aufzubauen - eine u.E. gute Idee, die aber häufig durch Beziehungen untergraben wird. Trotzdem sind Periptera eine tolle Sache, die wir bei unseren Griechenland-Aufenthalten nicht missen möchten.

Politik

Erst seit 1975 ist Griechenland eine parlamentarische Republik. Staatsoberhaupt ist der Präsident, der vom Parlament für fünf Jahre gewählt wird. Beherrscht wird die Parteienlandschaft von zwei großen Parteien, der PASOK (Panhellenische Sozialistische Bewegung) und der ND (Nea Dimokratia -konservativ-). Drittgrößte Kraft ist die KKE (Kommunistische Partei Griechenland). In Griechenland muss eine Partei mindestens 3 % erreichen, um in das Parlament einzuziehen. Die Grünen spielen in Griechenland keine Rolle. Zwar hat die PASOK die Farbe Grün, allerdings nicht aus ökologischer Überzeugung, sondern als Zeichen der Hoffnung. Aus den ersten freien Wahlen nach dem Krieg ging im November 1974 die Nea Dimokratia als Sieger hervor, Ministerpräsident wurde Konstantin Karamanlis. 1981 kam es dann zum ersten Machtwechsel. Andreas Papandreou gelang es mit seiner sozialistischen PASOK die absolute Mehrheit zu erreichen. Papandreou wurde Ministerpräsident. Nach zahlreichen parteipolitischen Querelen und privaten Skandalen innerhalb der PASOK kam es dann 1990 zum erneuten Machtwechsel. Die Nea Dimokratia stellte mit Konstantin Mitsotakis den Ministerpräsidenten. Aber auch diese Ära dauerte nicht lange. Bereits 1993 kam es zu vorgezogenen Wahlen und die Nea Dimokratia wurde wieder von der PASOK abgelöst. Papandreou wurde wieder Ministerpräsident. Als Papandreou stirbt, wird Konstantin Simitis im Januar 1996 sein Nachfolger und bei den folgenden Wahlen bestätigt. Bei den Wahlen im April 2000 wurde die PASOK mit einem sehr knappen Ergebnis bestätigt (PASOK 43,8 %, ND 42,7 %). Da Ministerpräsident Simitis sein Amt kurz vor Ende der Legislaturperiode niederlegte, kam es am 07.03.2004 zu etwas vorgezogenen Neuwahlen, aus denen die Nea Dimokratia mit ihrem Spitzenkandidaten Kostas Karamanlis als Wahlsieger hervorging. Die Nea Dimokratia (ND) erreichte ca. 45,4 % der abgegebenen Stimmen, die PASOK mit Spitzenkandidat Georgios Papandreou kam auf 40,6 %, die KKE (Kommunistische Partei Griechenland) erreichte 5,9 % und die SYRIZA (Koalition der radikalen Linken) 3,3 %.
Am 16.09.2007 fanden wiederum vorgezogene Wahlen statt, aus denen die ND unter Kostas Karamanlis trotz der schweren Vorwürfe, die der Regierung im Zusammenhang mit den verheerenden Waldbränden gemacht wurden, als Sieger hervorging. Die oppositionelle PASOK konnte keinen Nutzen aus der Stimmung ziehen, die kurz vor der Wahl gegen die Regierungspartei ND aufkam. Die PASOK musste sogar leichte Verluste hinnehmen. Von den Verlusten der ND und der PASOK profitierten die kleineren Parteien.
Die ND kam auf 41,8 %, die PASOK auf 38,1 %, die KKE auf 8,2 %, die SYRIZA auf 5,0 % und die LAOS (rechtsextreme Völkisch-Orthodoxe Sammlung) auf 3,8 %.
Da es in Griechenland anscheinend nicht ohne vorgezogene Wahlen geht, wurde am 04.10.2009 erneut gewählt. Bei dieser Wahl kam es zu einem heftigen Absturz bei der ND und die PASOK konnte gleichzeitig deutlich hinzugewinnen und erreichte sogar die absolute Mehrheit der Sitze. Neuer Ministerpräsident wird somit Georgios Papandreou. Hier die Ergebnisse: PASOK = 43,9 %, ND = 33,5 %, PKK = 7,5 %, LAOS 5,6 %, SYRIZA = 4,6 %. Die Grünen scheiterten mit 2,5 % an der 3-Prozent-Hürde.
Das ergibt folgende Sitzverteilung im Parlament, das aus 300 Abgeordneten besteht (in Klammern die Sitzverteilung von 2007):

ND - 91 (152)
PASOK - 160 (102)
KKE - 21 (22)
SYN - 13 (14)
LAOS - 15 (10)

Seit 1981 ist Griechenland das 10. Mitglied der EG (jetzt: EU). Die Kriterien für die EU-Währungsunion wurden 1998 von Griechenland zwar nicht erfüllt, trotzdem gehörte Griechenland (wie auch immer das geschafft wurde) zu den Ländern, die am 01.01.2002 den Euro einführten. Seit 1980 ist Griechenland wieder Mitglied der NATO. Innerhalb der Bevölkerung gibt es aber nicht unerheblichen Widerstand gegen die amerikanischen Militärstützpunkte. Während des Kosovo- Krieges und des Irak-Krieges waren anti-amerikanische Demonstrationen in Athen und anderen größeren Städten an der Tagesordnung. Zu Deutschland und mehreren anderen NATO-Mitgliedsländern besteht hingegen eine wesentlich bessere Beziehung.

Polizei / Kriminalität

Nach einer internationalen Statistik hat Griechenland die niedrigste Kriminalitätsrate in der Europäischen Union, die noch nicht einmal die Hälfte des EU-Durchschnitts beträgt. Auf vielen Inseln und im ländlichen Bereich ist die Kriminalitätsrate noch wesentlich geringer. Ohne die beiden Großstädte Athen und Thessaloniki würde die Gesamtrate daher noch erheblich niedriger sein. Ehrlichkeit ist in Griechenland eine Tugend, die immer noch sehr hoch in der Gesellschaft angesiedelt ist (einzige Ausnahme: Steuerehrlichkeit). Auch wir haben schon einmal einen Fotoapparat auf dem Tisch einer Taverne vergessen. Als wir es merkten und zurück in die Taverne gingen, lächelte uns der Wirt an und gab uns gleich den Fotoapparat, ohne dass wir fragen mussten. Wenn es tatsächlich zu Diebstählen kommt, sind die Täter häufig Ausländer (Diebstahlstouristen, abgebrannte Urlauber oder immer häufiger Einwanderer aus Nachbarländern) - auch hier gibt es Ausnahmen in den Großstädten. 
Außer in den Großstädten ist die Polizei kaum präsent, was sie bisher auch noch nicht muss. Wenn man mal auf Polizisten trifft, handelt es sich meist um Verkehrskontrollen. Der Polizei-Notruf in Griechenland ist 100. Neben der "normalen" Polizei gibt es in den touristischen Zentren zusätzlich noch die Touristenpolizei. Sie hat die Aufgabe, die touristischen Einrichtungen und Dienstleistungsunternehmen zu überwachen und die Touristen bei Problemen zu beraten. Jeder Touristen-Polizist muss zumindest eine Fremdsprache können. 

Post

Die Öffnungszeiten der Postämter sind unterschiedlich. In Städten haben die Postämter meist werktags von 7:30 bis 19:00 Uhr geöffnet, am Samstag bis 14:00 Uhr. In kleineren Ortschaften mit einer eigenen Post sind die Öffnungszeiten häufig auf den Vormittag beschränkt. Grundsätzlich brauchen Sie aber nicht unbedingt eine Post aufsuchen, um Briefmarken zu kaufen. Die meisten Geschäfte (besonders die Touristenshops), die Postkarten verkaufen, haben auch Briefmarken (nicht selten wird von den Geschäften ein Aufschlag von 10 % auf das Porto genommen). Ihre Postkarten müssen Sie in den meisten Fällen auch nicht zur Post bringen, denn in fast allen Hotels können Sie die Postkarten an der Rezeption abgeben oder es hängt ein Kasten für die Postkarten in Rezeptions-Nähe. Schreiben Sie die Postkarten, die vor Ihrer Heimreise ankommen sollen, rechtzeitig, denn es kommt nicht selten vor, dass Postkarten bis zu zwei Wochen unterwegs sind, bevor sie bei den Empfängern angekommen sind - etwas abhängig von Ihrem Urlaubsort (unter einer Woche ist schon ziemlich rekordverdächtig). Der "Zeitrekord" von einigen unserer geschriebenen Postkarten betrug knapp 7 Wochen (wir hatten die Postkarten in einem Dorf in einen offiziellen Briefkasten der Post eingeworfen. Dort schlummerten sie dann wohl über 5 Wochen - der Poststempel lässt das jedenfalls vermuten. Also die Postkarten lieber nicht in einen "Dorf-Briefkasten" werfen.
Post heißt übersetzt "tachidromio", die Briefmarke ist die "grammatossimo" (Mehrzahl: grammatossima).

Privatzimmer

Besonders auf den Inseln werden viele Privatzimmer für die Urlauber angeboten. Ein riesiges Angebot besteht z.B. auf den Kykladen.
Viele Griechen haben erkannt, dass die Vermietung von Zimmern ein lukrativer Nebenverdienst ist. Das Angebot reicht dabei vom einfachen Zimmer bis zur kompletten Ferienwohnungen. Falls man mit dem Auto unterwegs ist, sieht man am Straßenrand häufig Schilder mit der Aufschrift "Rooms to let" oder "Rooms to rent". An vielen Fähranlegern stehen zahlreiche Vermieter von Zimmern, um den ankommenden Individualreisenden ihre Zimmerangebote zu unterbreiten. Auf den Kykladen nimmt das teilweise schon groteske Formen an, denn man muss sich manchmal durch eine größere Menschenmenge seinen Weg bahnen und jeder Vermieter / jede Vermieterin zeigt Fotos von dem Haus und den Zimmern, die gerade frei sind und gibt lauthals kund, dass die Preise "very cheap", also sehr günstig sind. Hat man kein Quartier, ist das die einfachste Möglichkeit eine Unterkunft zu finden. Stellt sich anschließend heraus, dass die Wahl doch nicht so gut war, kann man am nächsten Tag immer noch in Ruhe nach einem anderen Zimmer suchen. Die Preise für ein Zimmer (meist Doppelzimmer) liegen in der Regel zwischen 12 Euro und 30 Euro, wobei die Qualität aber sehr unterschiedlich sein kann. Nicht zu unterschätzen ist der häufig im Preis enthaltene "Familienanschluss". Man erfährt daher viel über Land und Leute, was in größeren Hotels und Pensionen nur sehr selten der Fall ist.

Pünktlichkeit

Wenn man die "deutsche" Pünktlichkeit mit der griechischen Pünktlichkeit vergleicht, gibt es doch erhebliche Unterschiede - wir sprechen da aus eigener Erfahrung. Verabredet man sich mit einem Griechen zu einer bestimmten Uhrzeit, wird er mit Sicherheit nicht früher dort sein und nur sehr selten zur verabredeten Uhrzeit erscheinen. Versetzt wird man aber auch nicht, man muss nur etwas Geduld mitbringen (was uns auch nach Jahren manchmal immer noch etwas schwer fällt, wenn ich ehrlich bin). Aus 10:00 Uhr kann schnell einmal 11:00 Uhr werden - so ist halt die griechische Mentalität. Auch im Sprachgebrauch gibt es dafür wichtige und häufig benutze Wörter - z.B. siga,siga (langsam, langsam), awrio (heißt übersetzt "morgen", die Griechen meinen damit aber nicht selten "irgendwann") oder amesos (heißt zwar "sofort", wird aber manchmal als "bald" interpretiert) und "griechische fünf Minuten" bedeuten häufig 15 Minuten oder länger. Hektik ist für die Griechen ein Fremdwort und manchmal wünscht man sich, etwas von dieser Lebenseinstellung mit nach Hause nehmen zu können. In Griechenland wird nicht alles von A bis Z durchgeplant, sondern viel improvisiert. Wer sich im Griechenlandurlaub nicht zumindest etwas an diesen Lebensrhythmus gewöhnen kann, wird den Urlaub nicht richtig genießen können. 

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